Amerika: pro oder anti?
Harald Martenstein (Die Zeit) findet heraus, wie er zu den USA steht.
Harald Martenstein (Die Zeit) findet heraus, wie er zu den USA steht.
Im Artikel »Sterbehilfe: Spiel mit dem Tod« regt sich Ludwig Greven zurecht über eine Scheißaktion des Hamburger Juristen und Politikers Roger Kusch auf. Er hat einer alten Frau einen Giftbecher gegeben und sie im Sterben alleine gelassen. Jetzt schlachtet er ihren Tod medial aus und präsentiert sich stolz als Protagonist des Rechts auf Sterben. Zum Kotzen.
Ich zitiere mich mal ausnahmsweise selbst. Hier mein Kommentar zu diesem Blog-Eintrag, eine Antwort auf die Sätze “sieht falsch aus” ist kein typografisches Argument und Daß für das versale Eszett Bedarf besteht, ist unstrittig, wenn es eine nicht geringe Menge von Schriftexperten für nötig halten.
Wie gern Sprache, Rechtschreibung und Typografie verwechselt werden. Dass Vase mit V geschrieben wird, ist eine Frage der Rechtschreibung und hat seine Gründe. Und »es sieht falsch aus« soll kein Argument sein? Dem muss ich entschieden widersprechen. Das ist sogar das einzige schlagende Argument! Wenn etwas in der Grafik oder der Typografie falsch aussieht, ist es falsch. (Außer freilich, falsch auszusehen ist das Ziel, dann ist »falsch« in diesem Kontext aber richtig, aber das ist eine andere Geschichte.)
»Viele Schriftexperten halten es für notwendig« ist allerdings kein Argument. Nur weil irgendjemand irgendetwas sagt, muss es noch nicht richtig sein. Dass bestimmte Experten etwas behaupten ist schon allein deswegen kein Grund, weil es ein Leichtes sein wird, Experten zu finden, die etwas anderes behaupten, und damit das »Argument« entkräftet wird.
Die deutsche Rechtschreibung erlaubt das ß im Versalsatz nur beim Eigennamen. Für mich stellt sich da eher die Frage, warum man Reisepässe denn immer versal setzen muss? Meinetwegen kann man ja für Pässe einen eigenen Versal-Font entwickeln.
Und von wegen Missverständnisse mit SS/SZ. Die Beispiele, die da an den Haaren herbeigezogen werden, sind derart abstrus und konstruiert, dass sie sich selbst richten. Immer wieder »Masse«/»Maße«, mein Gott, das eine wird versal zu MASSE, das andere zu MASZE. Wo ist bitteschön das Problem? (Abgesehen davon, dass es eher an der Beherrschung der Rechtschreibung hapert, als am Versalsatz, und ich in den konstruierten Zweifelsfällen sowieso schon allein deshalb immer nachfragen würde.)
Argumente … ich warte noch immer auf das erste fürs Versal-ß. Und ich warte noch immer aufs erste Versal-ß, das nicht falsch aussieht.